Baujagd auf Fuchs: Erdhund und Sicherheit

Hundeführer mit Erdhund bei der Baujagd auf Fuchs an einem winterlichen Fuchsbau.
Sorgfältige Vorbereitung und klare Sicherheitsregeln prägen die Baujagd.

Einleitung

Die Baujagd auf Fuchs verlangt weit mehr als einen passenden Hund und einen besetzten Stand. Sie verbindet präzise Vorbereitung, erfahrene Hundeführung und konsequente Schussdisziplin. Hund und Fuchs begegnen sich unter Tage, und der Ablauf beim Springen ist kaum vorhersehbar. Deshalb hat Sicherheit Vorrang vor jedem schnellen Erfolg. Dazu gehören ein ruhig angegangener Bau, klar verteilte Aufgaben und der Verzicht auf jeden unsicheren Schuss.

Die Baujagd auf Fuchs wird vorbereitet

Hundeführer und Jäger bereiten die Baujagd auf Fuchs an einem winterlichen Bau vor.

Röhren und Ausgänge im Blick

Bevor der Hund eingesetzt wird, muss der Bau genau erfasst werden. Dazu gehört, die Röhren zu kartieren und alle Einfahrten zu kontrollieren. So lässt sich beurteilen, ob der Bau für die Baujagd auf Fuchs überhaupt geeignet ist. Kleine Naturbaue oder verwinkelte Röhrensysteme erfordern besondere Vorsicht, da die Arbeit des Hundes dort schwerer zu überblicken ist.

Auf dieser Grundlage werden die Schützenstände festgelegt. Jeder Ausgang muss von einer Position aus überwacht werden können, ohne dass sich die Beteiligten gegenseitig gefährden. Gibt es mehr Ausgänge als Schützen, werden überzählige Röhren mit Netzen gesichert, damit kein Fuchs unkontrolliert entweichen kann.

Diese Vorbereitung dient unmittelbar der Sicherheit. Nur wer die Lage der Einfahrten kennt, kann verhindern, dass in die Röhre selbst geschossen wird. Ein angeschossener Fuchs darf keinesfalls zurück unter die Erde können. Freigeschnittene Sicht- und Schussachsen sorgen zusätzlich dafür, dass der austretende Fuchs rechtzeitig erkannt wird. Erst wenn diese Punkte sorgfältig geprüft sind, kann der Hundeführer den Bau ruhig und geplant angehen.

Der richtige Zeitpunkt für die Baujagd auf Fuchs

Die Baujagd auf Fuchs findet überwiegend zwischen November und Ende Februar statt. In dieser Zeit sind die Bälge reif. Zusätzlich gelten die jeweiligen Jagd- und Schonzeiten sowie örtliche Vorgaben, die vorab geprüft werden müssen. Ein zu früher Start birgt Risiken, denn in den Morgenstunden können Füchse noch außerhalb des Baus unterwegs sein. Bewährt hat sich deshalb ein Beginn frühestens gegen 9 Uhr, damit der Erdhund nicht in einen unbesetzten Bau einfährt.

Besonders geeignet ist der Vormittag, weil der weitere Ablauf zeitlich kaum vorhersehbar ist. Ein Fuchs kann binnen Minuten springen, die Arbeit des Hundes im Bau kann sich aber auch über Stunden hinziehen. Bleibt genügend Tageslicht, lassen sich Verzögerungen oder Notsituationen ruhig und kontrolliert bewältigen. Nach etwa 15 Uhr sollten an Naturbauen keine neuen Einsätze mehr begonnen werden. Für den späteren Nachmittag kommen allenfalls Kunstbaue in Betracht, da hier die Zeitreserve bis zur Dunkelheit ausreicht.

Auch am Bau selbst zählt jede Minute. Nach dem Einschliefen gilt eine Mindestwartezeit von rund 15 Minuten. Erst danach verhört der Hundeführer den Bau. Ein durchdachtes Zeitfenster schafft damit die Grundlage für einen sicheren und geordneten Verlauf.

Der Hund arbeitet unter Tage

Erdhund mit Hundeführer neben einem Fuchsbau im Winterwald.

Körperbau entscheidet bei der Baujagd auf Fuchs

Nicht jeder Hund ist für die Arbeit im Fuchsbau geschaffen. Bewährt haben sich Teckel und kurzbeinige Terrier, auch der Foxterrier wird genannt. Ausschlaggebend ist ihr schlanker, kompakter Körperbau. Ein geringer Brustumfang erlaubt es, sich in engen Röhren zu bewegen, ohne sich zu verklüften. Terrier können je nach Schlag deutlich größer ausfallen; für die Baujagd eignen sich deshalb vor allem die kleineren Varianten.

Neben der Statur zählt das Wesen. Gefordert sind Arbeitswille, Nervenstärke und eine ausgewogene Schärfe. Ein Hund, der blindwütig fasst oder würgt, gefährdet sich selbst und erschwert den Ablauf. Bewährt hat sich der sogenannte „Flieger“-Typ. Er setzt den Fuchs unter Druck und verbellt ihn, ohne lange zu binden. So bewegt er den Fuchs dazu, den Bau zu verlassen. Genau dieser Moment entscheidet über den weiteren Ablauf an den Ausgängen.

Eingesetzt werden dürfen ausschließlich brauchbare, geprüfte Hunde mit ausreichender Erfahrung im Bau. Nur so bleibt das Risiko für Hund und Fuchs begrenzt, und die Jagd verläuft kontrolliert und sicher.

Ruhig an die Röhre setzen

Bevor der Erdhund angesetzt wird, prüft der Führer, ob der Bau tatsächlich befahren ist und welche Röhren als Ausgänge dienen. Erst wenn alle Schützen sicher stehen und mögliche Fluchtwege abgedeckt sind, folgt der nächste Schritt. Der Hund wird bewusst und ruhig eingeschlieft, ohne Drängen oder hektisches Antreiben. Er soll die Witterung selbst aufnehmen und eigenständig in die Röhre gehen. Kommt er sofort wieder heraus oder zeigt kein Interesse, hat das mehrere mögliche Gründe. Der Bau kann leer sein, die Röhre unpassierbar, oder der Hund hat keinen Kontakt zum Fuchs.

Während der Hund unter Tage arbeitet, bleibt der Führer am Bau und konzentriert sich voll auf das Geschehen. Er achtet auf Lautäußerungen, auf Bewegungen an anderen Röhren und darauf, ob der Fuchs springt. Ziel der Arbeit ist nicht das Fassen unter Tage. Der Hund soll den Fuchs durch Stellen oder Verbellen zum Verlassen des Baus bewegen.

Nur wesensfeste, am Fuchs ausgebildete Erdhunde mit kontrollierter Schärfe dürfen eingesetzt werden. Der Führer trägt die Verantwortung, den Hund nur an geeigneten Naturbauen einzusetzen und seine Arbeit aufmerksam zu begleiten.

Der Schuss erfolgt kontrolliert

Jäger beobachtet von einem sicheren Stand eine freie Fluchtrichtung fern vom Fuchsbau.

Positionen ohne gegenseitiges Risiko

Die Stände der Schützen werden weiträumig um den Bau verteilt. Der Abstand muss ausschließen, dass sich Beteiligte gegenseitig gefährden. Gleichzeitig darf kein Stand zu nah liegen. Sonst nimmt der Fuchs einen Schützen wahr, oder ein Schuss in Richtung einer Röhrenöffnung liegt nahe.

Der Hundeführer stellt die Schützen an. Er legt für jeden Stand einen klaren Schussbereich fest und richtet die Positionen nach Bauausgängen, Windrichtung und Gelände aus. Eingesetzt wird nur, wer für eine sichere Abdeckung notwendig ist.

Kein Stand blickt direkt in eine Röhre. So wird verhindert, dass unmittelbar vor oder in der Einfahrt geschossen wird. Erst wenn der Fuchs ausreichend Abstand zum Bau gewonnen hat, darf der Schuss antragen werden, möglichst breit und mit sicherem Schussfeld.

Deckung durch Baum, Strauch oder Geländeform löst die Silhouette der Schützen auf, damit der Fuchs sie nicht eräugt. Beim Angehen und Beziehen der Stände darf niemand über den Bau laufen; die Windrichtung gibt dabei den Weg vor.

Ruhe ist während des gesamten Aufbaus zwingend: keine Gespräche, keine unnötigen Bewegungen, Mobiltelefone lautlos. Verständigung erfolgt über vorher vereinbarte Handzeichen. Geladen wird die Waffe erst am Stand, mit Abstand zum Bau, da bereits das Schließen einer Flinte den Ablauf stören kann.

Weiträumig abgestellte Schützenstände

Die Anordnung der Schützen entscheidet ebenso über Sicherheit und Erfolg der Baujagd auf Fuchs. Als Richtwert gelten mindestens 10 bis 20 Meter Abstand zum Ausgang, während sich der Hund nicht in unmittelbarer Nähe aufhält. So bleibt dem Fuchs Raum, den Bau zu verlassen und sich zu entfernen, bevor der Schuss fällt.

Weitere Grundregeln sichern den Ablauf ab: möglichst wenige, aber ausreichend viele Schützen sowie Rücksicht auf Wind und Deckung. Auch die Waffe wird erst am eigenen Stand geladen. So bleibt der Fluchtweg frei, während die Schussabgabe jederzeit kontrollierbar ist.

Fazit

Baujagd auf Fuchs ist eine anspruchsvolle Einzeljagdart, bei der Vorbereitung und Sicherheitsdisziplin den gesamten Ablauf bestimmen. Ein kontrollierter Bauzugang, standruhige Schützen und ein geeigneter, erfahren geführter Erdhund schützen Menschen, Hund und Wild. Ebenso zählt der Verzicht auf riskante Schüsse. Wo diese Voraussetzungen fehlen, ist der Abbruch die richtige Entscheidung. Waidgerecht handelt, wer Sicherheit und Tierschutz über den schnellen Erfolg stellt.

Quelle: Deutscher Jagdverband

Rechtlicher Rahmen: Die Jagdzeiten setzt der Bund nach § 22 Abs. 1 BJagdG durch Rechtsverordnung fest, die Länder können sie abkürzen oder aufheben; in den Setz- und Brutzeiten schützt § 22 Abs. 4 BJagdG die für die Aufzucht notwendigen Elterntiere, wobei die Länder für den Fuchs Ausnahmen bestimmen können. Nach § 19 Abs. 2 BJagdG können die Länder die sachlichen Verbote erweitern, sodass für die Baujagd örtlich zusätzliche Vorgaben gelten. Dieser Beitrag behandelt allein den praktischen Ablauf am Bau, nicht die rechtliche Zulässigkeit.

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