Am linken Niederrhein prägte über sechs Jahrzehnte hinweg der Steinkohlenbergbau der Zechen Diergardt und Wilhelmine Mevissen das Gesicht von Duisburg-Rheinhausen. Wo bis zur Stilllegung im Jahr 1973 Fördertürme, Kohlenwäschen, Zechenbahnen und eigene Werkshäfen arbeiteten, erstrecken sich heute grüne Parkanlagen, Baumalleen und der hochwassersichere Rheindeich. Auf einer rund zehn Kilometer langen Zechenwanderung durch Rheinhausen und Asterlagen lassen sich die erhaltenen Relikte dieser Bergbaugeschichte zu Fuß entdecken.
Der historische Hafen Mevissen am Rheindeich in Rheinhausen
Ein markanter Ausgangs- und Höhepunkt der Tour ist der ehemalige Hafen Mevissen am linken Rheinufer bei Stromkilometer 774 in Duisburg-Rheinhausen. Als die Gewerkschaft Wilhelmine Mevissen ab 1912 die Kohleförderung in Bergheim/Oestrum aufnahm und 1926 mit der benachbarten Zeche Diergardt zur Diergardt-Mevissen Bergbau-AG fusionierte, benötigte das Bergwerk einen leistungsfähigen Verladehafen direkt am Rhein, um die geförderte Ess- und Magerkohle sowie die vor Ort gepressten Eierbriketts auf Binnenschiffe umzuschlagen.
Wer heute über den begrünten Rheindeich in Höhe des Rheinhauser Ufers wandert, erkennt die baulichen Spuren des Werkshafens noch deutlich im Gelände:
- Kaimauer und Gewölbebögen: Am Rheinufer haben sich massive Reste der alten Kaimauer sowie die gemauerten Gewölbebögen der ehemaligen Kohlenverladeanlage erhalten, über die einst die Waggons der Zechenbahn direkt an die Kräne am Strom herangeführt wurden.
- Trasse der ehemaligen Zechenbahn: Vom Zechengelände Wilhelmine Mevissen und den Schächten von Diergardt 1/2 führte eine werkseigene normalspurige Anschlussbahn bis zum Hafen Mevissen. Teile dieser ehemaligen Bahndämme lassen sich heute als grüne Fuß- und Radwegeverbindungen zwischen Asterlagen, Hochemmerich und dem Rheinufer erwandern.
Route über Zeche Diergardt, Diergardtpark und TuS Asterlagen
Vom Rheinufer am Hafen Mevissen führt die Zechenrunde landeinwärts zu den Standorten der einstigen Schachtanlagen:
- Schachtanlage Diergardt 1/2 und Diergardtpark: An der Grenze zwischen Hochemmerich und Asterlagen begann 1910 das Abteufen der Doppelschachtanlage Diergardt. Nach dem Rückbau der Tagesanlagen entstand auf und neben dem ehemaligen Zechenareal der weitläufige Diergardtpark. Entlang der benachbarten Straßen erinnern noch charakteristische Zechensiedlungen in Backsteinbauweise sowie ehemalige Verwaltungs- und Kauengebäude an die Blütezeit des linksrheinischen Bergbaus.
- Sportanlage TuS Asterlagen und Zechenumfeld: Unweit der früheren Betriebsflächen und der Anlage des TuS Asterlagen verläuft die Route weiter in Richtung des ehemaligen Geländes der Zeche Wilhelmine Mevissen (Oestrum/Bergheim), wo sich heute Gewerbe- und Grünflächen sowie das Bergbaumuseum und Sammlungen zur Rheinhauser Bergbaugeschichte befinden.
Praktische Hinweise für die Zechenwanderung in Duisburg-Rheinhausen
Die gesamte Rundtour verläuft auf flachen, gut befestigten Parkwegen, ehemaligen Bahntrassen und dem hochwasserfreien Rheindeich. Dadurch ist die Strecke zu jeder Jahreszeit mit normalen Wanderschuhen oder dem Tourenrad begeh- und befahrbar. Am Rheinufer rund um die alte Kaimauer des Hafens Mevissen bietet sich bei jedem Wasserstand ein weiter Blick über den Strom auf die gegenüberliegende Duisburger Hafen- und Industriekulisse.

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