Wasserdichte Laufschuhe lösen genau ein Problem zuverlässig: Regen, der von außen auf den Schuh trifft. Alles andere, was ihnen zugeschrieben wird, hält der Prüfung schlechter stand – vor allem die Vorstellung, der Fuß bleibe darin trocken. Er bleibt es nicht, weil die Feuchtigkeit nicht nur von außen kommt. Und sobald Wasser oben über den Schaftrand hineinläuft, wird aus dem Vorteil ein Nachteil: Was nicht hineinkommt, kommt auch nicht heraus. Dieser Beitrag ordnet ein, was gemessen ist, und wo die Werbung über die Messwerte hinausgeht.
Wasserdichte Laufschuhe auf einen Blick
- Was sie sind: Wasserdichte Laufschuhe sind Schuhe mit einer Membran zwischen Obermaterial und Futter, deren Poren flüssiges Wasser zurückhalten, Wasserdampf aber durchlassen. Mikroporöse Membranen haben Poren von 0,1 bis 50 µm; an der Außenseite liegen sie nach Mukhopadhyay und Midha (2008) bei 2 bis 3 µm und damit weit unter dem kleinsten Regentropfen von 100 µm.
- Was sie leisten: Regen und nasses Gras von außen abhalten. Die Kennzeichnung „WR“ nach EN ISO 20345:2022 verlangt, dass bei der Prüfung überhaupt kein Wasser im Schuh nachweisbar ist.
- Was dagegen spricht: Der Fuß gibt schon in Ruhe 50 bis 150 g Wasser pro Stunde ab – nach Taylor und Machado-Moreira (2013) zusammen mit den Händen der höchste Wert am Körper. Diese Menge muss durch dieselbe Membran nach außen.
- Was gemessen ist: In einem Versuch mit Lederstiefeln wurden 65 % des abgegebenen Schweißes vom System aufgenommen statt abgegeben – 52 % von der Socke, 36 % vom Stiefel, 12 % vom Fußbett. Unbehagen setzte nach etwa 240 Minuten ein und verschärfte sich nach 300 Minuten, als die Luftfeuchte im Schuh 80 % erreichte.
- Warum das mehr ist als Komfort: Feuchte Haut reibt stärker als trockene und stärker als sehr nasse. Ein Membranschuh hält den Fuß genau in diesem Zwischenzustand – das ist der Bereich, in dem Blasen entstehen.
- Was sie nicht können: Wasser wieder herauslassen, das über den Schaftrand hineingelaufen ist. Im Bach ist der wasserdichte Schuh der schlechtere.
- Kurz: Wasserdichte Laufschuhe sind Regenschuhe, keine Trockenschuhe – sinnvoll bei Nässe von außen und kühlen Temperaturen, hinderlich bei Wärme, langen Distanzen und Bachquerungen.
Was „wasserdicht“ beim Laufschuh bedeutet
Die Membran und ihre Poren
Ein wasserdichter Laufschuh ist ein gewöhnlicher Laufschuh mit einer zusätzlichen Schicht: einer Membran, die zwischen Obermaterial und Innenfutter eingebaut oder als Socke eingeklebt wird. Ihre Aufgabe ist eine Trennung, die auf den ersten Blick widersprüchlich klingt – flüssiges Wasser soll draußen bleiben, Wasserdampf soll hindurch. Möglich wird das über die Größenordnung.
Arunangshu Mukhopadhyay und Vinay Kumar Midha haben 2008 im Journal of Industrial Textiles die Funktionsweise zusammengefasst. Mikroporöse Membranen haben demnach Poren zwischen 0,1 und 50 µm; an der wasserabweisenden Außenseite sind sie deutlich kleiner. Zum kleinsten Regentropfen schreiben die Autoren:
„holes are much smaller (2–3 µm) than the smallest raindrops (100 µm)“
Arunangshu Mukhopadhyay und Vinay Kumar Midha, Journal of Industrial Textiles 37 (2008), Heft 3

Ein Regentropfen ist also rund dreißig- bis fünfzigmal größer als die Pore, durch die er müsste – und Oberflächenspannung sowie die sehr niedrige Oberflächenenergie des Membranmaterials halten ihn zusätzlich zurück. Ein Wassermolekül in Dampfform dagegen ist um Größenordnungen kleiner als die Pore und passiert sie. Zum Vergleich der Dichte solcher Strukturen nennt dieselbe Arbeit für Gore-Tex 1,4 Milliarden Poren je Quadratzentimeter. Die zweite Bauart, hydrophile Membranen, arbeitet ohne offenen Porenweg: Dort wandert das Wassermolekül entlang eines Konzentrationsgefälles von einer hydrophilen Kettenstelle zur nächsten.
Warum es für Schuhe keine Wassersäule gibt
Bei Jacken ist die Wassersäule die geläufige Zahl. Sie wird nach ISO 811:2018 gemessen: Auf eine eingespannte Materialprobe von 100 cm² wird der Wasserdruck gesteigert – zulässig sind 10 cm Wassersäule pro Minute oder 60 cm pro Minute –, und der Wert ist erreicht, wenn an der dritten Stelle Wasser durchtritt. Für Schutzkleidung gegen Regen legt EN 343:2019 daraus Klassen fest: Klasse 1 und 2 verlangen mindestens 8.000 Pa, Klasse 3 mindestens 13.000 Pa, Klasse 4 mindestens 20.000 Pa – 1.000 Pa entsprechen etwa 102 mm Wassersäule.
Für Schuhe gibt es diese Zahl nicht, und das ist keine Lücke, sondern eine Folge der Bauweise. Ein Schuh besteht nicht aus einer Fläche, sondern aus Nähten, Verklebungen und einer Sohlenverbindung, und er wird bei jedem Schritt gebogen. Geprüft wird deshalb nicht Druck, sondern Bewegung im Wasser: ISO 20344:2021 kennt einen statischen Trough-Test und einen dynamischen Test, bei dem der Schuh im Wasserbad rund 4.800 Mal in einer Stunde gebeugt wird, bis zu einem Biegewinkel von 45°. Bestanden ist er, wenn kein Wasser im Inneren sichtbar wird. Das Prüfinstitut SATRA arbeitet in seinem eigenen Verfahren mit 140 Biegezyklen pro Minute und einem Wasserstand von 5 mm über der Sohlenkante.
Das Ergebnis ist deshalb keine Zahl, sondern ein Ja oder Nein. Bei Sicherheitsschuhen ist das an der Kennzeichnung ablesbar: „WR“ nach EN ISO 20345:2022 bedeutet, dass kein Wassereintritt nachweisbar sein darf. Die frühere Kennzeichnung „WRU“ hieß dagegen nie „wasserdicht“, sondern nur, dass das Schaftmaterial Wasser widersteht – sie heißt heute „WPA“ und lässt ausdrücklich eine gewisse Wasseraufnahme des Schafts zu.
Was auf dem Etikett steht und was nicht
Bei Laufschuhen im Handel steht meist nur ein Membranname und ein Kürzel wie GTX. Eine Klassenangabe, ein Prüfbericht oder ein Messwert steht dort in der Regel nicht. Klassen und Grenzwerte sind allein für persönliche Schutzausrüstung festgelegt — bei Sicherheitsschuhen über die Kennzeichnungen der EN ISO 20345, bei Regenschutzkleidung über EN 343. Wer eine Zahl sucht, findet Angaben zur Atmungsaktivität – und dort beginnt das nächste Problem: Die üblichen Werte in Gramm pro Quadratmeter und 24 Stunden stammen aus verschiedenen Prüfverfahren, die nicht dasselbe messen. Der Membranhersteller dimpora hat 2025 dieselbe Membran nach sechs Verfahren prüfen lassen und kam auf Werte von unter 1.000 bis über 17.000 g/m²/24h. Der aussagekräftigere Wert ist der Wasserdampfdurchgangswiderstand Ret nach ISO 11092, gemessen am beheizten Hautmodell: Je niedriger, desto besser. EN 343:2019 setzt für die beste Klasse Ret ≤ 15 m²Pa/W, für die schlechteste Ret über 40. Für Laufschuhe wird dieser Wert in der Regel nicht ausgewiesen.
Der Vorteil: Regen von außen
Wo wasserdichte Laufschuhe ihre Stärke haben
Für den Fall, für den sie gebaut sind, funktionieren wasserdichte Laufschuhe gut: anhaltender Regen, nasses hohes Gras, Schneematsch, Pfützen bis knapp unter die Schaftkante. Die Membran hält dieses Wasser draußen, und weil sie zugleich winddicht ist, bleibt die Luftschicht im Schuh ruhiger – bei Temperaturen um und unter dem Gefrierpunkt ist das ein spürbarer Vorteil. Dazu kommt ein zweiter Effekt, der selten genannt wird: Kondensiert Feuchtigkeit an der kühleren Innenseite des Schuhs, wird die darin gebundene Verdunstungswärme wieder frei. Eleonora Bianca und Mitautoren haben das 2025 im Journal of Industrial Textiles an einem Thermomanikin gemessen und beschreiben, dass ein Teil des aus der Socke verdunsteten Wassers im Schuh kondensiert – es trägt dann nicht zur Kühlung bei, sondern „returns heat to the system“. Im Winter ist genau das erwünscht.
Die Grenze dieses Vorteils liegt dort, wo die Membran endet: am Schaftrand. Alles, was oben hineinläuft, ist innen. Und weil der Schuh nach innen genauso dicht ist wie nach außen, bleibt es dort länger als in einem Schuh ohne Membran.
Der Nachteil: Feuchtigkeit von innen
Wie viel Wasser der Fuß abgibt
Die entscheidende Zahl für wasserdichte Laufschuhe hat nichts mit Regen zu tun. Nigel Taylor und Christiano Machado-Moreira haben 2013 in Extreme Physiology & Medicine die regionale Wasserabgabe über die Haut zusammengetragen. Für einen Menschen mit 1,8 m² Körperoberfläche liegen die täglichen insensiblen Wasserverluste bei 0,6 bis 2,3 Litern, und die höchsten Werte entfallen auf Hände mit 80 bis 160 g pro Stunde und Füße mit 50 bis 150 g pro Stunde. Zum Vergleich: Der Wasserfluss durch die Haut am Bauch beträgt nach derselben Arbeit etwa 10 % dessen, was an der Fußsohle gemessen wird.
Diese Werte gelten für Ruhe, nicht für Belastung – das ist wichtig, damit die Zahl nicht mehr behauptet, als sie hergibt. Aber gerade darin liegt ihr Gewicht: Selbst wenn niemand schwitzt, muss eine Membran im Schuh 50 bis 150 Gramm Wasser pro Stunde nach außen bringen. Beim Laufen kommt der eigentliche Schweiß obendrauf. Ann West und Mitautoren haben 2019 in Ergonomics die Schweißverteilung am Fuß in 14 Zonen gemessen und einen Befund erhoben, der Membranschuhe unmittelbar betrifft: Barfuß gab der Fuß 22 % mehr Schweiß ab als im Schuh, und im Schuh stieg die Abgabe nicht mit der Belastungsintensität. Der beschuhte Fuß kann also nicht mehr frei abgeben.
Was im Schuh bleibt
Wohin die Feuchtigkeit tatsächlich geht, hat eine zweite Arbeit von 2025 gemessen. Fatih Yalçın und Hüseyin Ata Karavana haben für das Journal of Industrial Textiles eine Prüfmaschine für Schuhatmungsaktivität gebaut und an Vollleder-Stiefeln eine achtstündige Sitzsimulation gefahren. Ergebnis: 65 % des abgegebenen Schweißes wurden vom System aufgenommen statt nach außen abgeführt – 52 % von der Socke, 36 % vom Stiefel, 12 % vom Fußbett. Und der zeitliche Verlauf ist der praktisch interessante Teil: Feuchtebedingtes Unbehagen setzte nach etwa 240 Minuten ein und verschärfte sich nach 300 Minuten, als die relative Luftfeuchte im Schuh 80 % erreichte.
Diese Messung stammt von Lederstiefeln, nicht von Membran-Laufschuhen, und sie lässt sich nicht eins zu eins übertragen. Die Richtung ist aber deutlich: Nach vier Stunden im geschlossenen Schuh ist das Klima ein anderes als nach einer halben Stunde. Wer regelmäßig zwei Stunden läuft, merkt von der Membran wenig; wer den ganzen Tag unterwegs ist, merkt sie.
Feucht ist schlechter als nass
Damit kommt der Punkt, der aus einer Komfortfrage eine Ausrüstungsfrage macht. Joseph Knapik und Mitautoren haben 1995 in Sports Medicine die Entstehung von Reibungsblasen zusammengefasst. Ihr Befund zur Hautfeuchte ist kontraintuitiv und für die Schuhwahl zentral:
„Moist skin increases Ff, but very dry or very wet skin decreases Ff.“
Joseph J. Knapik, Katy L. Reynolds, Kathryn L. Duplantis, Bruce H. Jones, Sports Medicine 20 (1995), Heft 3, S. 136–147
„Ff“ ist die Reibungskraft zwischen Haut und Socke. Übersetzt: Die höchste Reibung entsteht nicht am trockenen und nicht am richtig nassen Fuß, sondern am feuchten. Blasen entstehen nach derselben Arbeit durch mechanische Trennung von Zellschichten in der Oberhaut, und ihre Wahrscheinlichkeit hängt von der Höhe der Reibungskraft und der Zahl der Belastungszyklen ab – beim Laufen sind das viele.
Ein Schuh, der Feuchtigkeit von innen nur langsam abgibt, hält den Fuß dauerhaft in genau diesem Zustand. Er wird nicht richtig trocken, weil die Feuchtigkeit nicht weg kann, und er wird nicht richtig nass, solange es nicht regnet. Erwähnenswert ist dabei ein weiterer Befund von West und Mitautoren: Wie nass sich der Fuß anfühlt, hing nicht von der gemessenen Schweißmenge ab, sondern von der Bewegung des Fußes im Schuh. Das subjektive Urteil „mein Schuh atmet gut“ ist also keine Messung.
Der Bach: wenn Wasser von oben hineinläuft
Bleibt der Fall, der dem Beitrag seinen Titel gibt. Eine Bachquerung, ein zu tiefer Pfützenrand, ein Fehltritt in weiches Ufer – und der Schuh ist voll. Ab diesem Moment kehren sich die Verhältnisse um: Die Membran, die Wasser am Eindringen hindert, hindert es genauso am Abfließen. Der nicht wasserdichte Schuh läuft beim Weitergehen aus und trocknet im Wind; der wasserdichte behält sein Wasser und gibt es nur über die Membran ab, also in der Geschwindigkeit, in der auch Wasserdampf hindurchgeht. Wie viel länger das dauert, ist nicht in Stunden oder Minuten beziffert; dass es länger dauert, folgt aus der Bauweise.
Praktisch heißt das: Wer Wege läuft, auf denen Wasserdurchgänge vorkommen, fährt mit einem gut entwässernden Schuh und schnell trocknenden Socken besser als mit einer Membran. Dieselbe Rechnung gilt für Mehrtagestouren, bei denen der Schuh über Nacht trocken werden muss.
Fazit
Wasserdichte Laufschuhe sind gut für das, wofür sie gebaut sind: Regen, nasses Gras und Schneematsch bei kühlen Temperaturen, auf Strecken ohne Wasserdurchgänge. Sie sind schlecht, wenn Wärme, Dauer oder Bachquerungen ins Spiel kommen, denn dann arbeitet die Membran gegen den Fuß statt für ihn. Die Zahl, an der sich die Entscheidung ausrichten lässt, ist nicht die Wassersäule – die es für Schuhe gar nicht gibt –, sondern die Feuchtigkeit, die von innen weg muss. Wer zwei Paar Schuhe hat, nutzt den wasserdichten im Winterhalbjahr und den offenen im Sommer. Wer nur eines kauft, kauft für die Bedingungen, unter denen er am häufigsten läuft, nicht für den einen Regentag im Jahr.
Häufige Fragen zu wasserdichten Laufschuhen
Sind wasserdichte Laufschuhe wirklich wasserdicht?
Gegen Wasser von außen ja, im Rahmen des Geprüften. Die Kennzeichnung „WR“ nach EN ISO 20345:2022 verlangt, dass bei der Prüfung überhaupt kein Wasser im Schuh nachweisbar ist; geprüft wird dabei nicht mit Druck, sondern durch Biegen im Wasserbad, nach ISO 20344:2021 rund 4.800 Mal in einer Stunde. Diese Kennzeichnung gilt allerdings für Sicherheitsschuhe. Bei Freizeit- und Laufschuhen sagt kein Kürzel, nach welchem Verfahren geprüft wurde.
Warum sind meine Füße in wasserdichten Schuhen trotzdem nass?
Weil die Feuchtigkeit von innen kommt. Der Fuß gibt nach Taylor und Machado-Moreira (2013) schon in Ruhe 50 bis 150 g Wasser pro Stunde ab, beim Laufen mehr. In einem Versuch mit Lederstiefeln wurden 65 % des abgegebenen Schweißes vom System aufgenommen statt abgeführt, und nach 300 Minuten lag die Luftfeuchte im Schuh bei 80 %. Eine Membran führt diese Menge langsamer ab als offenes Mesh.
Wie viel Wassersäule haben wasserdichte Laufschuhe?
Diese Angabe gibt es für Schuhe nicht. Die Wassersäule wird nach ISO 811:2018 an einer flachen Materialprobe gemessen und taugt nicht für ein gebogenes, genähtes und verklebtes Gebilde wie einen Schuh. Schuhnormen prüfen stattdessen Bewegung im Wasser und liefern ein Bestanden oder Nicht bestanden. Wer eine Wassersäulenzahl für einen Schuh liest, liest eine Angabe zum Obermaterial, nicht zum Schuh.
Gibt es wasserdichte Laufschuhe, die gut atmen?
Atmungsaktivität und Wasserdichtheit ziehen im Schuh in entgegengesetzte Richtungen, weil dieselbe Schicht beides regelt. Vergleichbare Zahlen sind kaum zu bekommen: Der Membranhersteller dimpora hat 2025 dieselbe Membran nach sechs Prüfverfahren messen lassen und Werte von unter 1.000 bis über 17.000 g/m²/24h erhalten. Der belastbarere Wert wäre der Ret nach ISO 11092 – für Laufschuhe wird er in der Regel nicht angegeben.
Was ist besser: wasserdicht oder schnell trocknend?
Das hängt davon ab, woher das Wasser kommt. Kommt es als Regen von außen und bleiben die Temperaturen kühl, ist die Membran im Vorteil. Kommt es von innen als Schweiß, bei Wärme, auf langen Distanzen oder durch Bachquerungen, ist der schnell entwässernde Schuh im Vorteil – denn Wasser, das über den Schaftrand hineinläuft, kommt aus einem Membranschuh nur so schnell heraus, wie Wasserdampf durch die Membran geht.
Bekommt man in wasserdichten Schuhen leichter Blasen?
Der Mechanismus ist belegt, die Übertragung auf Membranschuhe nicht eigens gemessen. Knapik und Mitautoren (1995) halten fest, dass feuchte Haut die Reibungskraft erhöht, während sehr trockene und sehr nasse Haut sie senkt. Ein Schuh, der Feuchtigkeit nur langsam abgibt, hält den Fuß dauerhaft im feuchten Zwischenzustand – also in dem Bereich mit der höchsten Reibung.
Quellen und weiterführende Links
- Knapik, J. J.; Reynolds, K. L.; Duplantis, K. L.; Jones, B. H.: Friction Blisters – Pathophysiology, Prevention and Treatment – Sports Medicine 20 (1995), Heft 3, S. 136–147, zur Rolle der Hautfeuchte bei der Reibung.
- Taylor, N. A. S.; Machado-Moreira, C. A.: Regional variations in transepidermal water loss, eccrine sweat gland density, sweat secretion rates and electrolyte composition in resting and exercising humans – Extreme Physiology & Medicine 2 (2013), Artikel 4, mit den Werten zur Wasserabgabe an Händen und Füßen.
- Yalçın, F.; Karavana, H. A.: Footwear breathability test machine – Journal of Industrial Textiles (2025), mit der Aufteilung der aufgenommenen Feuchtigkeit und dem zeitlichen Verlauf.
- Bianca, E.; Dotti, F.; Ferri, A.; Havenith, G.: Heat and mass transfer in footwear – Journal of Industrial Textiles (2025), zur Kondensation im Schuh.
- Mukhopadhyay, A.; Midha, V. K.: A Review on Designing the Waterproof Breathable Fabrics, Part I – Journal of Industrial Textiles 37 (2008), Heft 3, zu Porengrößen und Funktionsweise der Membranen.
- ISO 811:2018 – Textiles: Determination of resistance to water penetration, hydrostatic pressure test – Messverfahren der Wassersäule.
- ISO 20344:2021 – Personal protective equipment: Test methods for footwear (Leseprobe) – Prüfverfahren für Wasserdichtheit von Schuhen.
- SATRA: Flexing machine water penetration test – Prüfparameter des Biegeverfahrens im Wasserbad.
- dimpora: Vergleich von sechs Prüfverfahren für Atmungsaktivität (2025) – Herstellerangabe, zeigt die Streuung der MVTR-Werte.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar